FSV Babelsberg 74 II – FSV Brück 3:2 (0:1)

Das Hinspiel hatte unsere Mannschaft deutlich mit 3:0 verloren. Die Truppe also auf Wiedergutmachung aus. Die Brücker erst mit einer Niederlage in der aktuellen Kreisligasaison. Darüberhinaus konnte mit einem Dreier (da zeitgleich Damsdorf und Werder gegeneinander spielten) Platz 2 in der Tabelle erobert werden.

Der Trainer dementsprechend mit sehr kurzer Einweisung vor dem Spiel. Tenor: „Wer heute noch motiviert werden muss, dem ist nicht mehr zu helfen.“ Und so viel vorweg, die Einstellung der Truppe stimmte über die gesamte Spielzeit. Für das Spiel hatte das Trainerteam 17 Mann mit an Bord. Da sich der Keeper der Ersten Arne Sommer in der Woche verletzt hatte, fuhr der etatmäßige Fänger der Zweeten Alex Sterz am Samstag mit nach Ahrensfelde. So wurde Glücksbringer Gründer (der bei allen seinen Einsätzen diese Saison als Sieger vom Platz ging) vom Trainer aus dem Teilzeitruhestand geholt und zwischen die Pfosten gestellt.
Innenverteidiger Nomilner half am Samstag ebenfalls bei der Ersten aus und fehlte so der Truppe am Sonntag. Die ersten Minuten der Partie von beiden Seiten abwartend und ruhig. Nach guten 10 min hatte man sich aneinander gewöhnt und unsere Elf nahm das Spiel in die Hand. Zwischen der 10. Und 30.min erspielte sich die Truppe einige (sehr) gute Torchancen. Doch scheiterten Schröder, Lüders, Loos und Stahlberg entweder an Brücks Keeper Blaue oder setzten das Spielgerät neben bzw. über das Tor. Zu diesem Zeitpunkt hätte man nicht nur führen können, sondern müssen. Die Schlussviertelstunde des ersten Abschnitts gehörte dann dem Tabellenführer, der sich auf der eigenen linken Seite ein ums andere Mal vors 74er Tor spielte. Doch auch hier hatte Gründer den Ball oder das Spielgerät ging daneben. Kurz vor dem Pausentee dann eine Ecke für Brück. Der Ball wird nicht ordentlich geklärt und nach einigem Gestocher schiebt Paul das Leder über die Linie. Halbzeit 0:1. Doch auch hier die Ansprache des Trainers sehr kurz. Die Mannschaft mit richtig guter Leistung hatte es „nur“ versäumt sich für den Einsatz auch zu belohnen. Mit dem gleichen Engagement und unveränderter taktischer Marschroute weitermachen und die Punkte bleiben in Babelsberg so der Coach.

Und die Elf machte weiter. Der Sekundenzeiger hatte keine zwei Umdrehungen auf der Uhr gemacht, da drang Jakobczyk in den Strafraum ein und wurde dort klar von den Beinen geholt. Doch die Pfeife von Schiri Lang blieb stumm. In der Folge ein abwechslungsreiches Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Und wieder konnten die Brücker Kapital daraus schlagen. Nach einem Angriff über die linke Seite wird der Ball flach vor das 74er Gehäuse gebracht. Am langen Pfosten steht Helmchen komplett blank und kann den Ball zur zwei Tore Führung für den Tabellenführer einschieben. Ungläubige und fragende Blicke unter den Zuschauern, wie man nach dem bisherigen Spielverlauf mit zwei Toren in Rückstand geraten konnte. Der Trainer reagierte umgehend und brachte mit Dix und Hämmerling für Lerbs und Wagner zwei neue Spieler. Und die Mannschaft zeigte in der Folge was sie zu leisten im Stande ist. Sie spielte weiter mit breiter Brust und viel Einsatz. Und es schien als ob jeder noch einen Schritt mehr lief als zuvor. Der Wille das Spiel noch zu drehen, war der Truppe anzumerken. Und die Mannschaft belohnte sich. Nach einem Freistoss von Jakobczyk von der halbrechten Position wird Beys beim Versuch zum Kopfball zu gehen leicht geschoben. Und diesmal entschied der Schiedsrichter, eher schmeichelhaft, auf Elfmeter. Schröder nutzte die Möglichkeit und traf in der 67.min vom Punkt zum Anschluss. Keine 5min später eine Ecke von der linken Seite die Lüders hereinbringt. Schröder geht mit Wucht zum Kopfball. Keeper Blaue kann den Ball noch halten. Die Parade trifft aber seinen Mitspieler Pusch von dessen Rücken der Ball ins Brücker Gehäuse geht. Ausgleich. Und die Elf rannte weiter an. Wiederum 5 min später. Dix mit der Flanke von rechts. Keeper Blaue kann den Ball vor Schröder, der zum Kopfball hochgegangen war, wegfausten. In der Mitte kann aber Loos den Ball aufnehmen. Der spielt ihn nach links auf Lüders, der mit butterweicher Flanke in die Mitte. Der durchgelaufene Kraus verwertet die Eingabe mit rechts zur vielumjubelten 3:2 Führung unserer Elf in der 76.min. Die Brücker Trainer dann ebenfalls mit einem Doppelwechsel, der aber nichts mehr einbrachte. Es blieb beim verdienten Sieg unserer Mannschaft. Die Truppe holte sich, verdienterweise, den Applaus der Zuschauer nach dem Spiel ab. Nach einer starken Vorstellung hatte man den Tabellenführer geschlagen, sich den Heimdreier geholt, die Serie der ungeschlagenen Spiele in der Liga auf 10 ausgebaut (und auch Keeper Gründer hatte seine Serie ausgebaut), Tabellenplatz 2 erobert und den Zuschauern ein gutes Spiel geboten. Oder wie es Coach Kähne eher sachlich nach dem Spiel kurz und knapp zusammenfasste: „Spitzenreiter müssen auf unserem Platz geschlagen werden. Da gibt es keine Ausnahmen.“ Am nächsten Sonntag der SV 71 Busendorf zu Gast in Babelsberg. In der Hinrunde hatte man sich 0:0 getrennt. Die Busendorfer aktuell auf Tabellenplatz 13 der Tabelle. Es gilt jetzt für die Mannschaft die gestern gezeigte Leistung konstant auf den Platz zu bringen, um Platz 2 zu verteidigen. Dazu müssen Einsatz, Wille, Laufbereitschaft und Spielfreude der gestrigen Partie auch in den nächsten Wochen gezeigt werden. Für den Trainer die letzten Heimpartien seiner Mannschaft eher nicht herzschonend, für den geneigten Zuschauer aber die Spiele unserer Jungs immer ein Kommen wert. Also auch nächsten Sonntag. Hoch von der Couch. Ab auf den Platz und die Truppe angefeuert.

FSV 74 II: Gründer – Wagner (57.Hämmerling), Stahlberg, Sander, Jakobczyk – Beys, Lerbs (57.Dix), Kraus, Loos, Lüders – Schröder (87.Wehse)

Auf der Bank: Bah, Helal, Schröder