FSV Babelsberg 74 II – SV 05 Rehbrücke 3:3 (2:1)

Am Sonntag waren die Ortsnachbarn vom SV 05 Rehbrücke zu Gast an der Breitscheidstr. Der Gast vorletztes Wochenende mit dem wichtigen Heimdreier im Duell gegen die Busendorfer. Und Rehbrückes Lebensversicherung, Stürmer Hempel, offensichtlich topfit aus der Winterpause gekommen, mit dem Dreierpack. Es galt also von Beginn an wach und konzentriert zu sein um Rehbrückes Schlüsselspieler garnicht erst ins Spiel kommen zulassen. Die Verletztenmisere der Zweiten dauert an und durch die Sperren von Kapitän Sander und Mittelfeldmann Beys noch keine Entspannung sondern wieder eine stattliche Anzahl an Absagen zum Spiel. Die Startelf dann dementsprechend auch fast komplett runderneuert gegenüber der Vorwoche. Nur Sterz, Stahlberg, Lüder und Lerbs wie schon gegen Deetz in der Startelf. Doch trotz des Handicaps sich (wieder einmal) auf dem Platz erst finden zu müssen, wollte die Truppe vom Anpfiff weg zeigen wer Herr im Hause ist und sich heute die Punkte holt. Wie zu erwarten aber die Mannschaft erstmal auf der Suche nach der Ordnung. Trotzdem bereits nach guten 10min die Führung für die Zweete. Lüders kriegt den Ball auf links, bringt selbigen scharf in die Mitte und am zweiten Pfosten braucht Kraus nur noch einzuschieben. Die Führung wirkte aber nicht wirklich beruhigend auf das Spiel unserer Elf. Weiterhin agierte man sehr fahrig und unkonzentriert.

So dauerte es auch nur weitere 10min bis der Gast (nach einem schlimmen Annahmefehler von Stahlberg) die Führung, durch den im Abseits stehenden Hempel, egalisierte. Erst danach begann unsere Truppe mit so etwas wie Fussball spielen. Man ließ den Ball auch mal am Boden und versuchte das Leder über zwei drei Stationen laufen zu lassen. In der 28.min kam dann so ein Paß, nach schöner Einzelleistung von Conte, zu Schröder, der zentral freistehend (nicht im Abseits) kein Problem hatte die Pille einzuschieben. In der Pause wechselte der Trainer dann Richter für Wagner und ermahnte seine Spieler noch einmal den Ball am Boden zu lassen und sich auf die einfachen Sachen zu konzentrieren. Nur weil die Rehbrücke mit langen hohen Bällen operierten mussten wir das nicht auch tun. Phasenweise hatte diese erste Hälfte was von Fussballtennis. Doch scheinen die Spieler nicht wirklich zugehört zu haben. Anders kann man sich das eigentlich nicht erklären was die Männer in Grün in der zweiten Hälfte zeigten. In der dieser konnte der Chronist keinen flach vorgetragenen Angriff konstatieren. Stattdessen ähnelte die Partie ab dem Wiederanpfiff eher einem Felderschiessen mit zwischenzeitlichen Ringereinlagen, bei dem die Rehbrücker engagierter und williger zu Werke gingen. Absolut verdient und folgerichtig glichen die Gäste (nach zwei weiteren haarsträubenden Fehlern der 74er) erst durch Hempel zum 2:2 aus und gingen dann durch Erxleben mit 2:3 in Führung. Danach wurde die Partie dann auch noch hektisch und der junge Schiri Schneider verlor etwas den Überblick, so dass einige Foulspiele (auf beiden Seiten) garnicht oder falsch bewertet wurden. Zudem wurde den Gastgebern ein klarer Strafstoss wegen Handspiels nicht gegeben. Als Ausgleich ließ der Referee dann 7 Minuten statt der angezeigten 5 Minuten länger spielen. Die letzte Aktion in eben jener 97ten Minute ein Freistoss für 74. Keeper Sterz bringt den Ball an den langen Pfosten, von wo der eingelaufene Loos das Leder volley über die Linie drückt. Schiedsrichter Schneider pfiff die Partie danach nicht mehr an. Die erste Enttäuschung bei den Gästen und der erste Jubel bei den Hausherren verständlich. Trainer Welskopf sortierte dass aber umgehend für seine Truppe neu. Eine absolut enttäuschende, weil unkonzentrierte und phasenweise sogar (so schien es) unmotivierte Vorstellung seiner Elf. Ohne Tempo, Körperspannung, Zweikampfwillen und Konzentration versuchte man die Gäste zu bespielen und kann von Glück reden, dass man noch einen Punkt eingefahren hat. Auch wenn die Tore der Gäste durch absolut irre eigene Fehler zustande kamen, wäre der Sieg für die Gäste absolut verdient gewesen. Mit Leidenschaft, Herz und mannschaftlicher Geschlossenheit kämpften die Rehbrücker um die Punkte, während der Auftritt der 74er seltsam blass blieb. Und so kam es dass die Elf fast über die ganze Spielzeit eher reagierte denn agierte.

Ob die Mannschaft noch im Winterschlaf ist oder die vermeintlich deutliche Tabellensituation und Ausgangslage der Kontrahenten vor der Partie, nicht bei allen Spielern vollen Einsatz förderte gilt es die Woche zu klären und für das kommende Woche abzustellen bzw. zu ändern. Am nächsten Sonntag die Truppe bei der zweiten Vertretung in Michendorf zu Gast. Dann definitiv mit einigen Rückkehrern und hoffentlich auch mit veränderter Einstellung.

FSV 74 II: Sterz – Wagner (46.Richter), Stahlberg, Gerhardt, Schröder (65. Helal) – Conte, Lerbs, Loos, Lüders, Kraus – Schröder (73.Lange)